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Interview mit Reto Sidler – Head of Communications and Marketing bei Greater Zurich Area

Interview mit Reto Sidler von der Greater Zurich Area

Als Head of Communications and Marketing bei Greater Zurich Area entwickelt und führt Reto Sidler die Marke Greater Zurich als exzellenter und stabiler Geschäfts- und Technologiestandort. Wir haben mit ihm darüber gesprochen, wie Digitalisierung die Markenführung gleichzeitig erleichtert und erschwert und haben erfahren, wer die eigene Marke führt, wenn man es selbst nicht tut…

Reto Sidler, vielen Dank, dass Sie heute bei uns sind! Wir starten wie immer in Ihrer Kindheit: Welche war damals Ihre Lieblingsmarke und welche ist es heute?

Playmobil. Ich habe einfach sehr gerne mit den Figuren gespielt. Heute mag ich einige Marken aus dem Wirtschaftsraum Zürich besonders gern. Zum Beispiel die Taschenmesser von Victorinox, die Laufschuhe von On, die Espressomaschinen von Zuriga oder die mechanischen Uhren von IWC. Etwas Markenpatriotismus darf schon sein, oder?

Stellen Sie sich vor, Sie begegnen einer Markenfee, die Ihnen jeden Wunsch erfüllen kann. Was würden Sie sich für Ihre Marke wünschen?

Dass die im Wirtschaftsraum Zürich vorhandene geballte Technologiekompetenz im verlässlichsten Umfeld Europas auf der ganzen Welt bekannt und begehrt ist. Wenn ein wegweisendes Technologie-Unternehmen in oder nach Europa expandieren will, sollte Zürich in der engeren Auswahl sein.

Sehen Sie es in einigen Bereichen als herausfordernder als in anderen, Mitarbeiter für eine Marke zu gewinnen?

Für uns als Standortvermarkter ist es anspruchsvoll, die Marke über das eigene Unternehmen hinaus in den gesamten Wirtschaftsraum zu tragen. Schliesslich sind bekannte Persönlichkeiten, weltbekannte Unternehmen, innovative Start-ups, Hochschulen wie die Universität oder die ETH Zürich, der Flughafen, Hotels und Restaurants etc. viel einflussreichere Markenbotschafter, als wir das je sein könnten.

Wie würden Sie mit nur einem Argument jemanden von der Wichtigkeit der Marke überzeugen?

Ich würde ihm oder ihr drei Dinge sagen: Erstens, Markenstrategie und Unternehmensstrategie gehören untrennbar zusammen. Sie sind zwei Seiten derselben Medaille. Zweitens, jedes Unternehmen ist eine Marke. Die Frage ist, wie systematisch man sie führen will. Wenn man es selber nicht tut, machen es die Kunden oder die Konkurrenz. Drittens, Markenführung macht einfach Spass.

Was sind Ihre Top-Tipps für erfolgreiche Markenführung?

Beziehen Sie wichtige Anspruchsgruppen – interne und externe – schon in die Erarbeitung der Markenstrategie ein. Das erhöht die Akzeptanz und erleichtert die Umsetzung spürbar. Gehen Sie mit gutem Beispiel voran und schaffen Sie Leuchtturmprojekte, an denen sich Mitarbeitende und Partner orientieren können.

Welche Rolle spielt die Digitalisierung im Bereich Marke derzeit? Wie sehen Sie diese Entwicklung in der Zukunft?

Die Digitalisierung macht Marke gleichzeitig einfacher und schwieriger. Einfacher, weil ich auch mit vergleichsweise kleinem Budget meine Dienstleistungen, meine Botschaften zielgenau platzieren kann. Oder weil ich mit neuen Technologien neue Markenerlebnisse schaffen kann. Schwieriger, weil die Digitalisierung den Überfluss an Information, an Konsum, an ständiger Erreichbarkeit verstärkt. Marke kann hier Orientierung und Relevanz schaffen. Technologien wie Augmented und Mixed Reality, Künstliche Intelligenz und Big Data werden in Zukunft auch die Markenführung und das Marketing noch stärker prägen.

Zu guter letzt interessiert uns noch, für wie entscheidend Sie das Thema „Purpose“ in Hinblick auf Markenführung halten.

Die Frage nach der Sinnhaftigkeit hat in der Unternehmenswelt, ja in der ganzen Gesellschaft zu recht an Bedeutung gewonnen. Ein Unternehmen, das seine Vision, seine Haltung glaubwürdig vermitteln kann, hat einen Wettbewerbsvorteil.

Reto Sidler, vielen herzlichen Dank dass Sie heute bei uns waren und alles Gute!

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